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Ehrenmitglied der YHRM wird aufgrund absurder Anschuldigungen festgenommen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von ernestine wagner   
Donnerstag, 13. Dezember 2007
Der Menschenrechtsaktivist und Ehrenmitglied der YHRM- Organisation Dmitri Kraiuhin, wurde in seiner Heimatstadt Orlov festgenommen. Kurz vor den Wahlen wurde ihm das Delikt des Rowdytums vorgeworfen.

Woronesch - Am 30. November wurde der 50jährige Dmitri Kraiuhin von einem unbekannten jungen Mann umgerannt, er stürzte dabei zu Boden. Dabei fing der jüngere Mann sofort an, um Hilfe zu rufen und verschwand kurz hiernach. Das ganze ereignete sich vor dem Büro des Menschenrechtsaktivisten „Vereinigtes Europa“.  Unmittelbar nach dem Verschwinden des jungen Mannes tauchten zwei Polizisten auf und nahmen Dmitri Kraiuhin fest. Sie warfen ihm das Delikt des "kleinen Rowdytums" vor und nahmen ihn mit auf die Polizeistation. 

 

Dieser Fall wird von dem YHRM Mitglied Sergej Sabanov (Woronesch) beobachtet.

 

„Dmitri Kraiuhin war wegen seinen Tätigkeiten den Behörden ein Dorn im Auge, vor allem aber in Verbindung mit den anstehenden Wahlen. Es wurde viel über Unregelmäßigkeiten vor den Wahlen, in dieser Stadt veröffentlicht. Kraiuhin war hier besonders aktiv. Er veröffentlichte Informationen über Unregelmäßigkeiten, schrieb Beschwerden an die Wahlkommission. Er hatte vor, die Koordination der Wahlbeobachtung, in den auffälligsten Wahlbezirken zu übernehmen“, so kann man in dem Blog des YHRM- Mitglieds und Kollegen des festgenommenen Dmitri Markov nachlesen.

 

„Die Staatsmacht hat ihn festgenommen, um so die Beobachtungsmöglichkeiten der Wahlen einzuschränken“, heist es auf newsru.com, von dem Vorstandsmitglied der Moskauer Helsinki-Gruppe, Liudmila Alekseeva.

 

Das YHRM möchte an dieser Stelle seine Unterstützung und Solidarität mit dem Menschenrechtsaktivisten und Ausbilder vieler russischer Aktivisten ausdrücken. Die absurden Anschuldigen zeigen auf, wie die Staatsmacht mit Personen der Zivilgesellschaft umgeht und offenbart vor allem ihre Unfähigkeit, angemessen zu handeln. Dies alles wirft Fragen zur Ausrichtung des Staatsapparates auf.

 

Am ersten Dezember fand sogleich die Gerichtsverhandlung statt. Sie dauerte über fünf Stunden. Als Zeugen waren Auszubildende des Innenministeriums geladen. Sie sagten aus, der Mittfünfziger habe mehrere Menschen bedrängt und sie fast zu Boden geworfen.

 

Nach fünfstündiger Verhandlung nahm sich die Richterin weitere vier Stunden Zeit, bevor sie die Urteilsverkündung verlas. Demnach hat sich der Menschenrechtsaktivist des kleinen Rowdytums schuldig gemacht, und soll eine Straffe von 1000 Rubel entrichten (ca. 30 €).

Gegen diesen Beschluss wurde von Kraiuhin Beschwerde eingelegt.

 Diese unrechtmäßige Festnahme des Aktivisten führte zur Folge, dass die Arbeit der Wahlbeobachter stark behindert worden ist. 

Russische Menschenrechtsaktivisten wollen sich in diesem Fall mit einer gemeinsamen Beschwerde an die Rechtsschutzorgane wenden. Gleichzeitig soll der Bevollmächtigte für Menschenrechte der Russischen Föderation Vladimir Lukin, sowie der Rat für Menschenrechte der Russischen Föderation über diesen Vorfall benachrichtigt werden.

  

Links (russisch):

Interviev mit Dmitri Kraiuchin auf HRO.ORG

http://www.hro.org/ngo/interview/krayuhin/dk.php  Zusätzliche Informationen:
http://orlovets.livejournal.com/22309.html
http://hro1.org/node/539

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